So Guipure — Guide des Tissus

Guipure-Spitze: alles über diese reliefartige Spitze

So Tissus

Guipure-Spitze ist eine Spitze ohne Tüllgrund: Ihre dicken, reliefartigen Motive sind durch feine Stege miteinander verbunden. Sie ist formstabiler als klassische Spitze, steht von selbst und wird als Meterware oder als Borte verkauft. Der Stoff für Kragen, Passen und elegante Tops.

Was ist Guipure-Spitze?

Bei klassischer Spitze liegen die Motive auf einem transparenten Tüllgrund. Bei Guipure gibt es diesen Grund nicht: Die Motive sind direkt durch kleine Fadenbrücken, die sogenannten Stege, verbunden. Zwischen den Blüten oder geometrischen Formen sieht man also die offenen Zwischenräume.

Früher mit der Nadel oder mit Klöppeln gefertigt, wird Guipure heute meist auf einen Trägerstoff gestickt, der anschließend aufgelöst wird. Übrig bleibt nur die Stickerei – daher ihr Relief und ihre plastische Wirkung. Man spricht auch von Ätzspitze oder Venezianischer Spitze.

Es gibt sie aus Baumwolle, Polyester, Viskose oder Mischungen, einfarbig oder zweifarbig.

Warum Guipure für Ihre Nähprojekte wählen?

Guipure hat Stand: Sie sackt nicht ab und hält die Form eines Kragens oder einer Passe. Ihre dicken Motive sind blickdicht, sodass man sie oft über einem einfachen Trägertop tragen kann, ganz ohne komplettes Futter.

Sie franst kaum aus und hat keinen echten Fadenlauf. Man kann also entlang der Motive zuschneiden und ihre Kanten als Abschluss nutzen.

Die verschiedenen Arten von Guipure

Guipure als Meterware – Ein Stoff in voller Breite, um ein ganzes Teil zu nähen: Top, Kleid, Rock.

Guipure-Borte – Ein schmales Band von wenigen Zentimetern, um einen Kragen, einen Ärmel oder einen Saum einzufassen oder eine Taille zu betonen.

Applikationen – Einzelne Blüten oder Medaillons, die man aus Guipure ausschneidet und auf einen anderen Stoff näht.

Geometrische Guipure – Kreise, Rauten oder Arabesken statt Blüten, für eine grafischere, modernere Wirkung.

Stretch-Guipure – Mit elastischem Faden geht sie jede Bewegung mit. Seltener, oft als Borte.

Guipure, Tüllspitze oder Lochstickerei: Was ist der Unterschied?

Diese drei durchbrochenen Stoffe werden oft verwechselt, sind aber unterschiedlich hergestellt.

StoffAufbauGriffStandIdeal für
GuipureMotive durch Stege verbunden, ohne GrundDick, reliefartigFormstabil, steht von selbstKragen, Tops, Passen, Borten
TüllspitzeFeine Motive auf TüllgrundLeicht, weichFließend, muss gefüttert werdenFestkleider, Ärmel, Schleier
LochstickereiBestickter Baumwollstoff mit LöchernFrisch, klarWie ein BaumwollstoffBlusen, Sommerkleider, Unterröcke

Was kann man aus Guipure nähen?

Ein Top oder eine Bluse – Ein schlichter, kurzer Schnitt, getragen über einem Trägertop oder Bralette.

Eine Passe oder einen Einsatz – Ein oberes Rückenteil, ein Plastron oder Ärmel aus Guipure an einem Kleid aus Krepp oder Satin.

Einen abnehmbaren Kragen – Aus einer Borte oder aus Meterware geschnitten, zum Tragen über einem Pullover oder Kleid.

Einen geraden Rock – Unterlegt mit einem Stoff in derselben oder einer Kontrastfarbe, damit die Motive zur Geltung kommen.

Einen Abschluss mit Borte – Am Ärmel, am Saum oder an Shorts oder zur Betonung eines Halsausschnitts: Eine Guipure-Borte verwandelt ein schlichtes Teil in wenigen Minuten.

Unsere Tipps zum Nähen von Guipure

Motive vor dem Zuschnitt platzieren. Einlagig zuschneiden, rechte Seite nach oben. Setzen Sie ein Motiv mittig auf Vorder- und Rückenteil und achten Sie darauf, dass die Motive auf beiden Seiten gleich liegen.

Um die Motive herum schneiden. An Kanten und Halsausschnitten entlang der Motivkonturen schneiden statt gerade: So wird die Kante zu ihrem eigenen Abschluss.

Durch Überlappen verbinden. Legen Sie die beiden Teile übereinander, nähen Sie mit schmalem Zickzackstich entlang der Motive und schneiden Sie den Überstand zurück. Die Naht verschwindet im Muster.

Eine Borte flach aufnähen. Stecken Sie sie auf die rechte Stoffseite und nähen Sie sie an beiden Kanten mit Geradstich fest, oder mit schmalem Zickzackstich, wenn sie dehnbar ist. Am Saum legen Sie sie rittlings über die Kante.

Die Nadel anpassen. Eine Nadel 80/12 für die meisten Guipures, 90/14 für dicke Baumwoll-Guipure. Wenn Sie versehentlich einen Steg durchschneiden, sichern Sie ihn mit ein paar Handstichen.

Wie pflegt man Guipure?

Waschen Sie Guipure von Hand bei maximal 30 °C mit einem milden Waschmittel. Guipure aus Baumwolle verträgt die Maschine im Schonwaschgang, in einem Wäschenetz.

Nicht auswringen und flach liegend trocknen. Auf links auf einem dicken Handtuch bügeln, damit das Relief der Motive nicht plattgedrückt wird.

Zusammenfassung

  • Spitze ohne Tüllgrund, die Motive sind durch Stege verbunden
  • Dick und reliefartig, sie steht von selbst
  • Als Meterware, als Borte oder als Applikation
  • Ideal für: Tops, Kragen, Passen, Röcke, Abschlüsse
  • Einlagig um die Motive herum zuschneiden, Nadel 80/12
  • Schonend bei 30 °C waschen, auf links auf einem Handtuch bügeln

Häufige Fragen zu Guipure

Was ist der Unterschied zwischen Guipure und Spitze?

Klassische Spitze hat einen Tüllgrund, auf dem die Motive liegen. Guipure hat keinen Grund: Ihre Motive sind durch Stege verbunden, deshalb ist sie dicker und formstabiler.

Muss man Guipure füttern?

Nicht immer. Ihre Motive sind blickdicht: Ein Guipure-Top kann man über einem einfachen Trägertop tragen. Bei einem Kleid oder Rock ist ein Unterstoff in derselben oder einer Kontrastfarbe besser.

Wie näht man eine Guipure-Borte an?

Stecken Sie sie auf die rechte Stoffseite und nähen Sie sie an beiden Kanten mit Geradstich fest, oder mit schmalem Zickzackstich, wenn sie dehnbar ist.

Kann man Guipure bügeln?

Ja, auf links und bei niedriger Temperatur, auf einem dicken Handtuch, damit das Relief nicht plattgedrückt wird.

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