Twill: alles über den Stoff in Köperbindung
So TissusTwill, auf Deutsch Köper, erkennt man an seinen feinen diagonalen Rippen, die durch die Webart entstehen. Geschmeidig, strapazierfähig und mit schönem Fall gibt es ihn aus Seide, Baumwolle, Wolle oder Viskose. Gabardine, Denim und Chino sind alles Twills.
Was ist Twill?
Twill ist kein Material, sondern eine Bindung. Der Schussfaden läuft über einen oder mehrere Kettfäden und dann unter zwei oder mehr hindurch, wobei er sich in jeder Reihe um einen Faden verschiebt. Durch diese Verschiebung entstehen die typischen schrägen Linien, die auf der rechten Stoffseite gut sichtbar sind.
Je nachdem, wie viele Fäden übersprungen werden, ist der Köper mehr oder weniger ausgeprägt: 2/1, 2/2 oder 3/1. Je größer der Sprung, desto deutlicher die Diagonale und desto geschmeidiger der Stoff.
Da es sich um eine Bindung und nicht um eine Faser handelt, gibt es Twill in allen Materialien: Seide, Baumwolle, Wolle, Leinen, Viskose oder Mischungen.
Warum Twill für Ihre Nähprojekte wählen?
Durch die dichte Bindung ist Twill strapazierfähig und unempfindlich: Die Diagonale kaschiert kleine Flecken und Falten. Trotzdem fühlt er sich geschmeidig an und fällt fließender als ein Leinwandgewebe mit gleichem Gewicht.
Ein sehr vielseitiger Stoff: leicht aus Seide für ein Tuch oder eine Bluse, kräftiger aus Baumwolle oder Wolle für eine Hose oder eine Jacke.
Die verschiedenen Twill-Arten
Seidentwill – Leicht, glänzend und fließend (60 bis 90 g/m²). Der Stoff für Tücher und elegante Blusen.
Viskosetwill – Geschmeidig und fließend (120 bis 160 g/m²), oft bedruckt. Ideal für Kleider und weite Hosen.
Baumwolltwill – Robust und pflegeleicht (200 bis 300 g/m²). Für Chinos, Jacken und Röcke.
Gabardine – Sehr dichter Twill mit steiler Diagonale, aus Wolle oder Baumwolle. Manchmal wasserabweisend ausgerüstet – der Stoff für Trenchcoats.
Wolltwill – Klar und sprungelastisch, hält die Bügelfalte gut. Perfekt für Anzughosen.
Denim – Baumwolltwill in 3/1-Bindung mit gefärbter Kette (meist blau) und ungefärbtem Schuss, daher die helle Rückseite.
Fischgrät – Ein Twill, dessen Diagonale in regelmäßigen Abständen die Richtung wechselt und so „V“-Formen bildet.
Seidentwill, Gabardine oder Denim: Was ist der Unterschied?
Alle drei sind Twills, unterscheiden sich aber in Material und Verwendung.
| Stoff | Zusammensetzung | Griff | Gewicht | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Seidentwill | Seide | Fließend, weich, glänzend | 60 bis 90 g/m² | Tücher, Blusen, leichte Kleider |
| Gabardine | Wolle oder Baumwolle, sehr dichte Bindung | Glatt, klar, teils wasserabweisend | 180 bis 280 g/m² | Trenchcoats, Hosen, Jacken |
| Denim | Baumwolle, gefärbte Kette | Erst steif, dann weicher | 300 bis 450 g/m² | Jeans, Jacken, Röcke |
Was kann man aus Twill nähen?
Eine Hose – Aus Wolltwill für eine Anzughose, aus Baumwolltwill für eine Chino, aus Viskosetwill für ein weites, fließendes Modell.
Einen Trenchcoat oder eine Übergangsjacke – Aus Gabardine, am besten wasserabweisend.
Ein Tuch – Aus Seidentwill, mit einem von Hand oder mit der Maschine genähten Rollsaum.
Eine Bluse oder ein Kleid – Aus Seiden- oder Viskosetwill, für einen schönen Fall ohne Transparenz.
Einen Rock – Aus Baumwoll- oder Wolltwill, der gut in Form bleibt.
Unsere Tipps zum Nähen von Twill
Vor dem Zuschnitt waschen. Baumwoll- und Viskosetwill können einlaufen. Waschen Sie den Stoff so, wie Sie später das fertige Kleidungsstück waschen, und bügeln Sie ihn dann.
Alle Teile in dieselbe Richtung zuschneiden. Die Diagonale muss am ganzen Kleidungsstück in dieselbe Richtung laufen, sonst passen die Teile nicht zusammen. Bei Fischgrät- oder Karostoffen planen Sie für das Mustersetzen mehr Stoff ein.
Die richtige Nadel wählen. Eine Microtex-Nadel 60/8 oder 70/10 für Seidentwill, 80/12 für Viskosetwill, 90/14 für Baumwolltwill und Gabardine, 100/16 für kräftigen Denim.
Seidentwill stabilisieren. Er rutscht: Schneiden Sie ihn einlagig auf einem Bogen Papier zu und beschweren Sie ihn mit Gewichten statt Stecknadeln.
Sorgfältig versäubern. Twill franst etwas aus. Overlock, französische Nähte bei Seide oder Kappnähte bei einer Baumwollhose.
Wie pflegt man Twill?
Die Pflege hängt vom Material ab. Baumwolltwill kann bei 30 oder 40 °C in der Maschine gewaschen werden. Viskosetwill wird bei 30 °C im Schonwaschgang gewaschen und flach liegend getrocknet. Wolltwill und Gabardine kommen ins Wollprogramm bei 30 °C oder in die chemische Reinigung. Seidentwill wird von Hand in kaltem Wasser gewaschen.
Bügeln Sie auf links und mit der passenden Temperatur für die Faser, damit die Rippen nicht glänzen.
Zusammenfassung
- Twill (Köper) ist eine Bindung, erkennbar an den diagonalen Rippen
- Es gibt ihn aus Seide, Baumwolle, Wolle, Leinen, Viskose
- Gabardine, Denim und Fischgrät sind Twills
- Ideal für: Hosen, Trenchcoats, Tücher, Blusen, Röcke
- Alle Teile in dieselbe Richtung zuschneiden, Nadel 60/8 bis 100/16
- Baumwolle und Viskose vor dem Zuschnitt waschen
Häufige Fragen zu Twill
Ist Köper dasselbe wie Twill?
Ja: Köper ist das deutsche Wort, Twill das englische. Beide bezeichnen dieselbe Bindung mit diagonalen Rippen.
Ist Gabardine ein Twill?
Ja. Gabardine ist ein sehr dichter Twill mit steiler Diagonale, aus Wolle oder Baumwolle. Deshalb ist sie so strapazierfähig und manchmal wasserabweisend.
Knittert Twill?
Weniger als ein Leinwandgewebe mit gleichem Gewicht. Die Diagonale kaschiert Falten, vor allem bei Wolle und Viskose. Leinentwill knittert allerdings recht leicht.
Welcher Twill eignet sich für eine Hose?
Wolltwill für eine Anzughose, Baumwolltwill für eine Chino, Viskosetwill für eine weite, fließende Hose.
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