Ourlet selon le type de tissu — So Tissus

Der richtige Saum für jeden Stoff

So Tissus

Der Saum ist das Finish, an das man erst ganz am Ende eines Projekts denkt. Dabei macht er oft den Unterschied zwischen einem „selbst genähten“ Kleidungsstück und einem, das wie hochwertige Konfektion aussieht.

Die schlechte Nachricht: Es gibt nicht den einen richtigen Saum. Die richtige Wahl hängt vom Stoff, vom Kleidungsstück und von der gewünschten Wirkung ab. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Zuordnungen liegen Sie nie mehr daneben.

1. Der Rollsaum mit der Overlock

Für welche Stoffe? Sehr feine, fließende Stoffe: Crêpe de Chine, Seidenchiffon, Baumwollvoile, Organza, Gaze.

Sehr schmal (2 bis 3 mm), rollt er sich in sich selbst ein und ergibt einen dezenten, sauberen Abschluss – perfekt, wenn ein klassischer Saum den Fall beschweren würde.

An der Overlock entfernt man die Messer oder stellt den Modus „Rollsaum“ ein. An der Nähmaschine kann man ihn mit einem sehr engen Zickzackstich auf einem möglichst schmal umgeschlagenen Saum nachahmen.

2. Der klassische doppelt umgeschlagene Saum

Für welche Stoffe? Baumwolle (Popeline, Twill), Leinen, mittelschwere Viskose.

Der Allround-Saum. Einmal 1 cm umschlagen, bügeln, ein zweites Mal 1 bis 3 cm umschlagen (je nach Kleidungsstück), bügeln und mit Geradstich nähen.

Für ein Hemd: 1 cm + 1 cm. Für eine Hose: 1 cm + 3 cm. Für ein weites Kleid: 1 cm + 2 bis 5 cm, je nach Fall.

3. Der Blindsaum

Für welche Stoffe? Elegante Hosen, gerade Röcke, Abendkleider.

Das Nonplusultra für elegante Kleidung: Auf der rechten Seite ist keine Steppnaht zu sehen. Er wird von Hand mit dem Blindstich genäht (dabei fasst man nur ein oder zwei Fäden des Oberstoffs) oder mit der Maschine und dem Blindsaumfuß.

Das dauert länger, aber das Ergebnis ist unschlagbar.

4. Der Saum mit Schrägband

Für welche Stoffe? Dicke Stoffe, die sich schlecht umschlagen lassen (schwerer Denim, Bouclé-Wolle, Mäntel), oder für einen dekorativen Kontrast.

Die Kante versäubern, ein Schrägband (gekauft oder selbst gemacht) an der Kante annähen und dann nach links umlegen. Sehr praktisch, wenn die Saumzugabe für einen klassischen Saum zu knapp ist – was oft passiert, wenn man einen Schnitt in letzter Minute verlängert.

5. Der Saum für ausgestellte und Teller-Schnitte

Für welche Stoffe? Lange Röcke, drapierte Kleider, fließende, schräg geschnittene Voiles.

Bei ausgestellten Schnitten wirft ein klassischer Saum Wellen, weil der innere Umfang kleiner ist als der äußere. Die Lösung: ein sehr schmaler Rollsaum oder ein eingehaltener Saum (die Saumzugabe vor dem Nähen leicht einkräuseln).

Bei schräg zum Fadenlauf geschnittenen Teilen (Leinen, Viskose, Krepp) lassen Sie das Teil vor dem Säumen 24 bis 48 Stunden hängen: Der Schrägschnitt dehnt sich unter seinem eigenen Gewicht, und der Saum wird am Ende gerade statt schief.

6. Der einfache Overlock-Saum

Für welche Stoffe? Strickstoffe, Jersey, Sweatstoff.

Bei Strickstoffen muss man nicht gegen Ausfransen versäubern (Maschenware franst nicht aus). Man kann einfach einmal umschlagen und mit Zickzackstich, elastischem Stich oder für ein professionelles Finish mit der Coverlock nähen.

Ein Tipp: Ein wenig aufbügelbares Saumband vor dem Nähen stabilisiert den Saum und verhindert, dass sich der Strickstoff verzieht.

Überblick: Welcher Saum für welchen Stoff?

  • Seide, Chiffon, Voile: Rollsaum
  • Baumwolle, Popeline, mittelschweres Leinen, Viskose: klassischer doppelt umgeschlagener Saum
  • Elegante Hose, gerader Rock, Abendkleid: Blindsaum
  • Schwerer Denim, Bouclé-Wolle, Mantel: Saum mit Schrägband
  • Weiter Rock, Schrägschnitt, Drapierung: Rollsaum oder eingehaltener Saum, nach 24–48 Stunden Hängen
  • Jersey, Sweatstoff, Strickstoff: Zickzackstich, elastischer Stich oder Coverlock

Drei Fehler, die Sie vermeiden sollten

  1. Nicht zwischen jedem Umschlag bügeln. Ein gut gebügelter Saum hält von selbst und lässt sich gerade nähen. Ein ungebügelter Saum wirft Wellen und wird am Ende schief.
  2. Das Hängenlassen bei Schrägschnitten überspringen. 24 bis 48 Stunden auf dem Bügel vor dem Säumen: Das ist das Geheimnis langer Röcke, die gerade fallen.
  3. Einen zu breiten Saum für den Stoff wählen. Ein 5 cm breiter Saum an Chiffon zieht das Teil nach unten und zerstört seinen Fall.

Der Saum ist selten der Moment, auf den man sich freut, aber oft macht er den Unterschied zwischen „ganz gut“ und „wow“. Fünf Minuten Geduld am Ende retten oft viele Stunden Arbeit.

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